© Christian Kleiner

 

GAIA

 

At the thought of how far the human genus has evolved to our present day, the most diverse emotions, from pride to skepticism, may lead to the question of how far the development can progress. In the eyes of posthumanists, biologically, mankind has already reached the pinnacle of its evolution, and the further development of intelligent life is determined by artificial intelligence. But such a prognosis also treats the era of humans in a future age and is for the time being only speculation.

 

In her dance piece GAIA, Liliana Barros uses this moment of future openness aesthetically and designs a vision of posthuman beings. At any time, she imagines the emergence of a new species.

 

Originating from Greek mythology, the title and name of the Goddess of the Earth GAIA serves as a reference to nature and to the primordial. Even a black mountain as the only stage element acts as a reminder of planet Earth, of the organic foundation that has always been there for thousands of years. In his blackness, he seems almost exhausted, as if he had survived too much change and withstood many influences. But a metallic shine gives the panorama a futuristic touch at the same time.

The atmosphere of a new beginning reigns in seemingly endless vastness: individual beings, different in their specific corporeality, explore an awakening landscape in which everything starts to move and re-forms. Gradually, individuals develop awareness of each other and join together in a group until they function as a large organism, as a unit. As such, they struggle through space, defending themselves against external adversity and striving together on and on. Like an infinite becoming, a continuous development from former chaos to always order.

 

The abstract stylized body language alternates between animal, the creaturally arrested movements of a time before Homo sapiens and those that correspond to an idea of bodies after humanity. In these shades between originality and the avant-garde, GAIA surrounds an aura of mystery and leaves the viewer plenty of room for their own associations.

 

Ina  Brütting

 


Beim dem Gedanken daran, wie weit die Gattung Mensch sich bis in unsere heutige Zeit entwickelt hat, mögen sich die unterschiedlichsten Gefühle von Stolz bis Skepsis in einem regen und zu der Frage führen, wie weit die Entwicklung noch voran schreiten kann. In den Augen von Posthumanisten hat die Menschheit biologisch gesehen den Höhepunkt ihrer Evolution bereits erreicht und wird die weitere Entwicklung Intelligenten Lebens von der künstlichen Intelligenz bestimmt. Doch eine solche Prognose beschreit ein zukünftiges Zeitalter auch der Ära der Menschen und ist vorerst nur Spekulation.

 

In Ihrem Tanzstück GAIA nutze Liliana Barros diesen Moment der Zukunftsoffenheit ästhetisch und entwirft eine Vision posthumaner Wesen. Jeder Zeit  enthoben imaginiert sie die Entstehung einer neuen Spezies.

 

Der aus der griechischen Mythologie stammende Titel und Name der Göttin der Erde GAIA dient als Verweis auf die Natur und das Ursprüngliche. Auch ein schwarzer Berg als einziges Bühnenelement wirkt wie eine Erinnerung and den Planeten Erde, an das organisches Fundament, das über all die Jahrtausende immer da war. In seiner Schwärze wirkt er geradezu erschöpft, als habe er zu viel Veränderungen überdauert und zu vielen Einflüssen standgehalten. Doch ein metallischer Glanz verleiht dem Panorama zugleich eine futuristische Note. 

In scheinbar endlose Weite herrscht die Atmosphäre eines neuen Anfangs: Einzelne, sich in ihrer spezifischen Körperlichkeit voneinander unterscheidende Wesen erkunden eine erwachende Landschaft, in der alles in Bewegung gerät und sich neu formiert. Nach und nach entwickeln die Individuen ein Bewusstsein  füreinander und schließen sich zu einer Gruppe zusammen, bis sie als ein großer Organismus, als Einheit fungieren. Als solche durchkämpfen sie den Raum, wehren sich gegen äußere Widrigkeiten und streben gemeinsam immer weiter und weiter. Gleich einem unendlich Werden, einer kontinuierlichen Entwicklung aus einstigen Chaos zu immer Ordnung.

 

Die abstrakt stilisiert Körpersprache changiert dabei zwischen animalischen, dem Kreatürlichen verhafteten Bewegungen einer Zeit vor dem Homo sapiens und solchen, die einer Idee von Körpern nach der Menschheit entsprechen. In diesen Schillern zwischen Ursprünglichkeit und Avantgarde umgibt GAIA eine Aura des Geheimnisvollen und lässt dem Betrachter viel Raum für eigene Assoziationen.

 

Ina  Brütting

 

 

 

GAIA

  

new commissioned work for the dance company at NationalTheater Mannheim under direction of Stephan Thoss

 

 World Premiere 23.05.19

at Schauspielhaus Mannheim

 

Choreography, stage and costumes: Liliana Barros

Music: Martin Mitterstieler

Assistant: Zoulfia Choniiazowa

Licht: Wolfgang Schüle

Dancers:  Saori Ando,  Lorenzo Angelini, Joseph Caldo, Jamal Rashann Callender, Silvia Cassata,  Rubén Julliard,  Paloma Galiana Moscardó,  Alexandra Chloe Samion,  Alberto Terribile, Andrew Wright

 Dramaturgie: Ina Brütting

Production/ stage management : Lea Feth